Schlupfwarzen
Als Schlupfwarzen bezeichnet man eine meist angeborene Fehlbildung der Brustwarzen. Sie werden auch Hohlwarzen genannt, wobei es hier Unterschiede zu nennen gilt. Hohlwarzen können sich gar nicht aufrichten, da sie fortwährend nach Innen gezogen sind. Bei den so genannten Schlupfwarzen sind die Brustwarzen ebenfalls invertiert, nach innen gewölbt. Sie jedoch können sich unter Umständen gelegentlich aufrichten. In der Brustdrüse befinden sich viele kleinere Milchgänge, diese münden wiederum in größere Milchgänge, welche in den großen so genannten Ausführungsgängen an den Brustwarzen enden. Bei Schlupfwarzen sind diese Gänge und das benachbarte Bindegewebe verkürzt. Diese Verkürzung führt zur Einstülpung und dem trichterförmigen Aussehen der Schlupfwarzen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Probleme
- 1.1 Stillen von Säuglingen
- 1.2 Ästhetik
- 2 Gegenmittel
- 2.1 Nipletten
- 2.2 Brustschilde
- 2.3 Stillhütchen
- 2.4 Warzenformer
- 2.5 OP
- 3 Bilder
Durch Schlupfwarzen verursachte Probleme
Medizinisch gesehen stellen Schlupfwarzen keine Krankheit dar, jedoch verursachen sie in den meisten Fällen den Betroffenen erhebliche Probleme beispielsweise beim Stillen eines Säuglings. Auch die psychischen Probleme sind nicht zu verachten.
Stillen von Säuglingen
Frauen mit Schlupfwarzen ist es meist nur mit Hilfsmitteln wie z.B. Stillhütchen möglich, ihre Kinder zu stillen. Da die Brustwarzen nach Innen gerichtet sind, ist es den Säuglingen sehr schwer oder gar nicht möglich, diese zur Nahrungsaufnahme verwenden zu können. Abhilfe kann das Abpumpen der Milch schaffen. Die Nähe zwischen Mutter und Kind, die durch das Stillen entsteht, stellt sich allerdings bei diesem Vorgehen nicht ein.
Ästhetik
Ein sicherlich nicht zu verachtender Gesichtspunkt in Bezug auf Schlupfwarzen ist das angeknackste Selbstbewusstsein der betroffenen Frauen. Die Brust gilt seit jeher als Symbol der Weiblichkeit und Sexualität. Schlupfwarzen werden mitunter als unästhetisch empfunden. Männer kennen Brüste mit Schlupfwarzen eventuell noch nicht und sind teilweise sehr unsicher im „Umgang“ mit den außergewöhnlichen Brustwarzen. Diese und andere Aspekte können bei Frauen die bereits erwähnten psychischen Probleme verursachen.
Mittel gegen Schlupfwarzen
Gegen das Phänomen der Schlupfwarzen gibt es die verschiedensten Mittel. Welches für jeden Betroffenen das Richtige ist, muss jeder selbst für sich herausfinden oder sich am besten professionell beraten lassen.
Nipletten
Eine der Methoden, Hohl- und Schlupfwarzen aufzurichten, ist die Niplette. Es ist eine kleine Saugpumpe, die man beispielsweise in Sanitätshäusern kaufen kann.
Sie wird auf den Warzenhof aufgesetzt, es entsteht ein Saugvakuum, das die Fasern dehnt, welche für die Invertierung der Brustwarzen verantwortlich sind. Dadurch soll die dauerhafte Ausrichtung der Brustwarzen nach Außen erreicht werden. Die Niplette ist nur schwer unter der Kleidung zu verbergen. Schwangere Frauen müssen bei der Verwendung vorsichtig sein, da die Niplette unter Umständen Wehen auslösen kann. Größter Vorteil der Niplette ist die Erhaltung der Stillfähigkeit bei Frauen.
Brustschilde
Brustschilde sind eine weitere Variante, die Schlupfwarzen „hervorzulocken“. Sie bewirken eine Dehnung der verkürzten Milchgänge und das Aufstellen der Brustwarzen. Auch diese Methode wird hauptsächlich angewandt, um das Stillen von Säuglingen möglich zu machen.
Stillhütchen
Im Fachhandel erhältlich sind Stillhütchen. Das sind kleine Plastikaufsätze, die der natürlichen Form der Brustwarze nach empfunden sind. Sie werden auf die Brustwarze aufgesetzt und dem Baby in den Mund gegeben. Durch die Saugkraft des Babys kann sich die Brustwarze aufrichten und damit das Stillen möglich werden.
Warzenformer
Außerdem gibt es Warzenformer, die ebenfalls bewirken, dass die Warze für die Zeit des Stillvorgangs zum Vorschein kommt. Stillhütchen und Warzenformer bewirken jedoch keine grundlegende Korrektur der Brustwarze. Außerdem ist nicht gewährleistet, dass das Stillen mit diesen Hilfsmitteln überhaupt funktioniert. Das Anbringen von Stillhütchen oder Warzenformern wird überdies von manchen Müttern als eher lästige Prozedur empfunden. Gerade das nächtliche Stillen kann erheblich erschwert sein.
OP
Das Für und Wider einer Operation zur Behebung von Schlupfwarzen sollte mit einem Facharzt abgesprochen werden. Dies geschieht normalerweise bereits beim ersten Beratungsgespräch, in dem auch die zu wählende Methode entschieden wird. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, die Schlupfwarzen zu beheben. Bei der ersten Variante, die sehr junge, noch kinderlose Frauen am häufigsten wählen, werden die verkürzten Fasern des Bindegewebes gelöst, und die Brustwarze kann nach außen treten. Es werden mehrere Schnitte entlang des Warzenhofes durchgeführt. Die Brustwarzenposition kann verändert und abschließend vernäht werden. Diese Methode ist erfahrungsgemäß nicht so Erfolg versprechend wie die Durchtrennung der Milchgänge direkt am Warzenhof, welches die zweite Variante der Schlupfwarzenbehebung darstellt. Mitunter muss die Brust nach der Op mit Hautgewebe unterfüttert werden.
Stationäre Aufenthalte sind nach einer Brustwarzenkorrektur in den meisten Fällen nicht notwendig.
Bilder
Vorher-Nachher-Fotos von erfolgreichen operativen Korrekturen von Hohlwarzen finden sie bei hier und hier.